Saison 2018/2019
CFC / Regionalliga



 
FSV Union Fürstenwalde
FSV Union Fürstenwalde2:4Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
18. Spieltag - Regionalliga Nordost - Saison 2018/2019
Sonntag, 02. Dezember 2018, 13:30 Uhr
Bonava-Arena, Fürstenwalde
Zuschauer: 696
Schiedsrichter: Burda (Berlin)
Vorbericht

Raus aus der "Krise" bei der Mannschaft der Stunde

Von Timo Görner

die nach 8 sieglosen Spielen zu Beginn zuletzt 9x in Folge ungeschlagen blieb und durch die CFC-Pleite in Bischofswerda zusätzlich motiviert sein dürfte. Der Gastgeber überzeugt seit Wochen mit einer jungen Mannschaft von einigen viel versprechenden Talenten. Die Bergner-Truppe wird alles abrufen müssen, um im äußeren Osten der Republik erfolgreich zu sein.

Die aktuelle Saison unseres Gegners:

Verlief zunächst ernüchternd, aus den ersten 8 Begegnungen wurde lediglich 1 magerer Punkt verbucht. Enttäuschend vor allem nach dem guten Auftritt zum Auftakt beim CFC. Danach gab es lediglich beim Kellerkind Rathenow beim 2:2 etwas zu holen, wo das 0:2 immerhin innerhalb von 3 Minuten egalisiert werden konnte. Im eigenen Stadion schmerzte neben den knappen Pleiten gegen den BAK und Lok Leipzig vor allem das 0:3 gegen Neugersdorf. Auswärts blieben die Dienstreisen zu Hertha BSC II und nach Bautzen ohne eigenen Torerfolg wertlos. In Runde 9 gelang die Trendwende in Meuselwitz (3:1). Mit mittlerweile starken 19 Punkten aus den weiteren 9 Begegnungen sind die Brandenburger bis heute ungeschlagen und verloren lediglich im Landespokal-Achtelfinale knapp gegen Drittligist Cottbus (0:1). Dort ließ man bereits in der Phase der Sieglosigkeit der Punktspiele aufhorchen und warf Vorjahresfinalist Babelsberg in deren Stadion mit 3:2 aus dem Wettbewerb. Nach Meuselwitz wurden knappe Heimsiege gegen Viktoria Berlin und erneut Babelsberg (jeweils 1:0) eingefahren, im Gegensatz zum CFC in Bischofswerda mit 2:1 gewonnen. Zuletzt verbuchten die Unioner 4 Remis in Folge, endeten die letzten 3 Punktspiele gegen Erfurt und Halberstadt sowie in Auerbach mit 2:2. In Auerbach wurde dabei das 2:0 noch verspielt, gegen Halberstadt wiederum zweimal der Rückstand noch egalisiert. Bemerkenswert dabei gegen Germania mit dem Ausgleich in Minute 93 nach dem erneuten Rückstand kurz zuvor. Mit dem CFC und dem Berliner AK stehen nun zwei schwere Aufgaben bevor. Im eigenen Stadion ist die Bilanz eher unbefriedigend, sind nur der BFC und Rathenow bei 11 Punkten aus 9 Begegnungen schwächer. Die letzte Pleite im Punktekampf liegt hier allerdings schon knapp 2 ½ Monate zurück. Auswärts sind die Grün-Weißen solides Mittelfeld mit 9 Zählern aus 8 Dienstreisen und fast exakt der gleichen Torausbeute von 11:13 gegen 11:14 als Heimteam. 22:27 insgesamt sind offensiv wie defensiv Durchschnitt der Staffel.

Delegierungen seit dem Hinspiel:

Alexandros Dingas (20/Abwehr) verließ die FSV Anfang Oktober, blieb ohne Einsatz und ohne neuen Verein. Im Gegenzug kam der Berliner Mike Brömer (21) für den Angriff, bis Ende der Vorsaison beim FC Schalke 04 II. Dort aber nach längerem Ausfall (Schienbeinverletzung bis Ende 2017) ohne Perspektive. Er stammt aus der Hertha BSC Jugend.

Der Trainer:

André Meyer (34) hat auch im Rückspiel das Sagen, der Bruder des Auer Coaches konnte die Mannschaft nach schwachem Start mit 1 Punkt aus 8 Spielen deutlich stabilisieren und aus dem Keller ins gesicherte Mittelfeld der Liga führen. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der Saison.

Das Kollektiv:

Klare Nr. 1 ist Paul Büchel (24), das in allen 17 Punktspielen und auch im Landespokal. Dahinter kommt David Richter (19). Als Innenverteidiger haben sich der serbische Kapitän Filip Krstic (30) und Burim Halili (20) als die festen Größen erwiesen. Die rechte Seite beackert primär mit Niklas Thiel (20) ein weiterer junger Akteur. Auf Links kann Ben Meyer (19) die meisten Berufungen aufweisen, Bruder des Trainers. Ingo Wunderlich (32) begann gegen Halberstadt, pendelt zwischen den beiden Außenbahnen. Die Viererkette gegen den VfB Germania hieß Wunderlich Halili - Krstic - B. Meyer. Der FSV-Coach setzt in der Regel auf ein 4-2-3-1. Auf den beiden "6er Positionen" vor der Abwehrformation sollten Alexander Wuthe (23) und der Ex-Auerbacher Martin Zurawsky (28) als die wichtigsten Kader angesehen werden. Letzterer fehlte noch beim Hinspiel und bis Mitte September aufgrund einer schweren Verletzung seit Juni 2018, Grund: Knorpelschaden. Emre Stang (21) war zunächst auch gesetzt, wurde dann mit Beginn des Aufwärtstrends nicht mehr berücksichtigt. Für den offensiven Part gilt der Deutsch-Türke Cihan Kahraman (20) als der Fixpunkt mit soliden 4 Vorlagen neben 2 eigenen Treffern. Lukas Stagge (21/2) schaffte noch nicht den endgültigen Durchbruch. Franz Hausdorf (25) hatte Pech, nach den ersten 5 Spielen setzte ihn eine Verletzung außer Gefecht. Für den Ungarn Benjámin Pratsler (19) gilt ungefähr das Gleiche wie für Stang. Der U19-Nationalspieler der Magyaren kommt aktuell auf 1 Torvorlage. Auf Links konnte sich sein Landsmann Andor Bolyki (24) gegen Mert Sait (20) durchsetzen, legte 2x auf. Rechtsaußen agiert Luca Schulz (19) mit der gleichen Ausbeute. Im Angriff ist Nils Stettin (22) der Eckpfeiler, Bilanz: 4 Tore in 16 Spielen mit dem 2:2 im Hinspiel. Der andere Torschütze war übrigens Ben Meyer. Mike Brömer (21) war noch nicht erfolgreich, Jason Rupp (19) ebenfalls der noch keine Rolle spielt. "Jugend forsch" bei der FSV, passend zum Trainer. Ben Meyer, Thiel, Kahraman, Schulz, Halili sind feste Größen und alle unter 21. Nicht zu vergessen Spieler wie Brömer, Stagge, Stang, die auf dem Sprung sind. Mit 22,5 Jahren im Schnitt stellt unser Gegner damit auch das jüngste Aufgebot der Liga, abgesehen von Hertha BSC II.

Das Krankenlager / Strafbank / Parteistrafen:

Der Kosovare Bujar Sejdija (20/Mittelfeld) laboriert seit Ende Oktober an einem Muskelfaserriss, Zeitpunkt der Rückkehr noch unbekannt. Gleiche Verletzung im gleichen Sektor bei Franz Hausdorf (25), hier seit Mitte September.

Die Einkaufsbilanz:

Der Umbruch vor der Saison mit 15 Ab und 13 Neuzugängen war veritabel. Der Kader wurde bei den Neuen mit einem Schnitt von gerade mal 20,2 Jahren gegen 23,5 Jahre bei den Weggängen doch relativ deutlich verjüngt. Von den Neuverpflichtungen konnten sich Paul Büchel (Halberstadt), Ben Meyer, Luca Schulz (Union Berlin U19), "Leihgabe" Cihan Kahraman (Union Berlin I), Nils Stettin (Braunschweig II) durchgängig als Stammspieler etablieren. Stettin und Kahraman dabei die Offensive beleben. Franz Hausdorf (Bautzen) wäre ohne Verletzung wohl auch in diesem Kreis. Peter Köster (Energie Cottbus U19), Emre Stang (21/Charlottenburger FC Hertha 06), Benjámin Pratsler (Union Berlin U19) wurden nach den erfolglosen ersten Spielen jeweils ersetzt. Mike Brömer, Mert Sait sind Ergänzungsspieler wie Jason Rupp (FC Hansa Rostock U19). Noch ohne Einsätze ist Keeper David Richter (19/Rot-Weiß Erfurt U19). Alles in allem ganz gut verpflichtet, beachtet werden muss, das sehr viele der neuen Kicker aus dem Nachwuchsbereich kamen, wo andere Maßstäbe bei der Bewertung angelegt werden müssen. Fazit deshalb: der Umbruch ist gelungen, nach anfänglichen unbefriedigenden Ergebnissen.

Gewinner der Saison bislang:

Sind die jungen Spieler, die vom Konzept der Verjüngung auch angesichts begrenzter Möglichkeiten mit der Verpflichtung von André Meyer als Coach aus dem Nachwuchs profitierten und sich im Herren-Bereich sehr gut einfügten und erfolgreich agieren.

Prognose:

Der Klassenerhalt ist machbar, ob es sogar für einen einstelligen Platz reicht, bleibt abzuwarten. Junge Spieler unterliegen bekanntermaßen auch stärker Formschwankungen. Realistisch erscheint ein Platz zwischen 11 und 13.

Bilanz gegen die FSV Union Fürstenwalde:

Sieht das Hinspiel mit einem 3:2 für unsere Farben.

Das Umfeld:

Der Zuspruch in der kleinen aber schmucken " BONAVA-Arena" ist mit aktuell 487 im Schnitt etwas rückläufig zur letzten Spielzeit mit damals 520 und den 662 in der ersten Saison nach dem Aufstieg aus der Oberliga Nordost Nord. Gleiches Problem wie auch bei den anderen kleineren Vereinen in Bautzen, Auerbach, Neugersdorf oder Halberstadt mit dem Wegfall der "Zugpferde" Magdeburg, Jena, Zwickau, hier vor allem Cottbus (2016/2017 2.025, 2017/2018: 2.075) oder zuletzt Chemie Leipzig nicht zuletzt mit ihrem reisefreudigen und zahlreichem Anhang. Mit Erfurt und dem CFC erhofften sich die Verantwortlichen auch in Fürstenwalde ein paar Zuschauer mehr. Die Rot-Weißen wollten dann auch ordentliche 913 sehen, mit dem Anteil an RWE-Fans die mutmaßen mussten, das vielleicht letzte Spiel ihres Vereins sehen zu können. Den 1. FC Lok Leipzig sahen 725, Neugersdorf als Minusrekord 303. Am Sonntag sollten die fahrenden Himmelblauen mit 350 bis 400 Einheimischen rechnen. Die 1.461 insgesamt aus dem Landespokal-Achtelfinale gegen Cottbus dürften nicht überboten werden. Die Spielstätte an der Hangelsberger Chaussee im Westen der Stadt fasst offiziell 8.000 Zuschauer, der NOFV bedachte den Verein vor dieser Saison mit Auflagen und Vorgaben für die weitere Spielgenehmigung. Hinter den Toren wurden neue Wellenbrecher eingebaut, die Tribüne soll überdacht und im Frühjahr 2019 eine Flutlichtanlage installiert werden. Dafür wurden von der Stadt 300.000 als Zuschuss bewilligt, in 10 Jahren wieder fällig. Vom Verein sollen 100.000 für beide Projekte kommen, damit wurden von der FSV in den letzten 10 Jahren stattliche 750.000 in die Anlage investiert. Weitere Auflagen waren die getrennte Ausweisung von Sitz und Stehplatzbereich, Kennzeichnung der Flucht und Rettungswege, des Kassenbereiches als kleinere Aufgaben. Wirtschaftlich ist der Club aus der 32.098 Einwohner zählenden Kleinstadt im Osten Brandenburgs stabil, muss aber wie viele Vereine dieser Staffel mit jedem sorgsam umgehen.

Die Tabellenverläufe

Tabellenhistorie

Der Vergleich
FSV Union Fürstenwalde Chemnitzer FC
10Tabellenposition1
20
17
1,2
Pkt.
Spiele
Pkt. pro Spiel
45
17
2,6
5 (29,4%)
7 (41,2%)
Siege
Niederlagen
15 (88,2%)
2 (11,8%)
22 : 27
1,3 : 1,6
Tore
Tore pro Spiel
44 : 13
2,6 : 0,8
3:1 gegen ZFC Meuselwitz (A)Höchster Sieg5:0 gegen ZFC Meuselwitz (A)
0:3 gegen FC O'lausitz Neugersdorf (H)Höchste Niederlage1:2 gegen Bischofswerdaer FV 08 (A)
S-u-U-u-UDie letzten Spieles-S-s-N-n
4 Remis in Folge
9 Spiele in Folge ungeschlagen
4 Spiele in Folge ohne Sieg
Aktuelle Serien2 Niederlagen in Folge
2 Spiele in Folge ohne Sieg
Die Bilanz

 AnzahlSiegeRemisNiederlagenTore
Alle Spiele11003:2
Heimspiele11003:2
Auswärtsspiele00000:0
Ligaspiele11003:2
Pokal-/Relegationsspiele00000:0

Der Ergebnisrückblick

2018/2019Regionalliga Nordost1. SpieltagChemnitzer FC - FSV Union Fürstenwalde3:2 (2:1)

Die Webseiten des Gegners

http://www.fsvunion.de/ - Die offizielle Vereinsseiten