Saison 2006/2007
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:2ZFC Meuselwitz
ZFC Meuselwitz
2. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2006/2007
Sonntag, 13. August 2006, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.025
Schiedsrichter: Klatte (Wildau)
Chemnitzer FCTorfolgeZFC Meuselwitz
T  Klömich
A Kunert
A Baumann
A Thönelt
M Becker
M SieberGelbe Karte
M Adamu (64. Bachmann)
M Schumann (77. Tomoski)
M Sambou
S Kellig
S Schlosser (71. Sinaba)

Trainer: Müller
1:0 Schlosser (20.)
2:0 Kellig (58.)
3:0 Schlosser (67.)
3:1 Sonnenberg (83.)
3:2 Großmann (88.)

T Eckstein
A Kotowski
A Baumann
A Bronec
M Weinert (46. Pinder)
M Dimter
M Großmann
M Kwiatkowski (64. Gemazashvili)
M HildebrandtGelbe Karte (77. Rode)
S SedlacekGelbe Karte
S SonnenbergGelbe Karte

Trainer: Oevermann
Spielbericht

Spielerisch Hui, organisatorisch Pfui! Das erste Oberliga-Heimspiel hatte viel zu bieten

Von Thoralf Wätzold

Die Oberliga ist in Chemnitz angekommen. Im ersten Heimspiel der neuen Saison gewann der Chemnitzer FC gegen den ZFC Meuselwitz verdient mit 3:2 (1:0) und steht nach diesem zweiten Spieltag gemeinsam mit Sachsen Leipzig und dem Halleschen FC an der Tabellenspitze.

Meist war es genau andersrum und der stark auftrumpfende Marcel Schlosser obenauf.Wie bereits in der Vorwoche in Erfurt begann die Begegnung mit 15 Minuten Verspätung. Lag es vor 7 Tagen noch an einem Stau auf der A4, in welchem der Mannschaftsbus der Himmelblauen steckte, sorgte dieses Mal die dilettantische Organisation der Verantwortlichen für ein Chaos an den Eingängen. Obwohl man laut lokaler Medien mit ca. 2.500 Zuschauern rechnete, was in etwa dem letztjährigen Zuschauerschnitt entsprehen würde, sparte man an allen Ecken und Enden und besetzte statt bisher 14 nur 7 Kassenhäuschen. Schlangen bis weit auf die Heinrich-Schütz-Straße bildeten sich und man war wieder an glorreichere Zeiten erinnert, als z.B. nach dem Zweitliga-Aufstieg vor vollem Haus am ersten Spieltag Borussia Mönchengladbach empfangen (und weggehauen) wurde. Dieses Mal suchten allerdings nur reichlich 3.000 Zuschauer den Weg auf die Fischerwiese, und selbst als abzusehen war, dass nicht einmal annähernd alle Zuschauer zum verspäteten Spielbeginn im Stadion sein werden, wurde von Seiten der Vereinsführung in keiner Weise reagiert. Wie hier mit den zur Zeit so dringend benötigten Geldgebern des Clubs umgegangen wird ist nicht zu entschuldigen. Mit Sicherheit wird der ein oder andere Frustrierte sich so schnell nicht wieder am Kassenhäuschen anstellen. Hier hat man eine wirklich große Chance vertan.

Und so verpassten viele hundert Fans eine furiose Anfangsphase der Himmelblauen. Der Gegner wurde von Beginn an unter Druck gesetzt und die ersten Strafraumszenen sorgten für anerkennenden Beifall auf den Rängen. Marcel Schlosser sowie Gerard Sambou mit einem Weitschuss und David Sieber mit einer schönen Flanke, die Eckstein im Tor der Meuselwitzer aber noch abfangen konnte, sorgten für Belebung im Angriff der Gastgeber. Stefan Schumann setzte noch einen abgefälschten Freistoß auf die Querlatte, bevor Marcel Schlosser in der 20. Spielminute mit einem Philipp-Lahm-Gedächtnis-Tor den ersten Oberliga-Torjubel auf der Fischerwiese auslöste. Im Grunde analog zum ersten Tor der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft, nur seitenverkehrt, schlenzte Schlosser den Ball gefühlvoll ins lange obere Eck und war bei seinem Jubelsprint in Richtung Trainerbank nicht aufzuhalten. Scheinbar werden neue Spielklassen in Chemnitz immer mit einem Traumtor begrüßt, denn es sei an das erste Regionalliga-(Heimspiel)Tor erinnert. Damals zog Kai-Uwe Jendrossek vom linken Strafraumeck ab und zirkelte den Ball mit dem linken Aussenrist an den langen Innenpfosten.
Auch die Meuselwitzer waren am Spiel beteiligt, kamen in der ersten Hälfte aber nur selten vor das Tor von Sebastian Klömich. Der Ex-Chemnitzer Matthias Großmann, der sich in den Köpfen der Chemnitzer nur durch eine spielentscheidende vergebene Großchance in Erfurt im Jahre 1996 eingeprägt hat, verfehlte aus spitzem Winkel nur knapp, bei einem weiteren Schuß der Gäste von der Strafraumgrenze konnte sich Klömich auszeichnen, der den Ball noch zur Ecke lenkte. Auf Chemnitzer Seite hatte nach einer Flanke noch Mike Baumann eine gute Gelegenheit, sein Kopfball ging nur knapp neben das Tor.

Dann war Halbzeit und das Theater ging weiter. Denn man hatte nicht nur an den Kassieren, sondern auch an den Bier- und Bratwurstfachkräften gespart, so dass sich vor den 2 verbliebenen Imbissbuden lange Schlangen bildeten und zu allem Überfluss zwischenzeitlich auch noch das Bier ausging. Aber das bisher sehr gute Spiel unserer himmelblauen Götter entschädigt für so einiges.

Dreimal durften die Clubspieler jubeln.Die zweite Halbzeit begann etwas gemächlicher, wobei die Himmelblauen optisch überlegen blieben. Wie aus dem Nichts fiel dann das 2:0. Adamu erläuft sich auf der rechten Seite einen langen Ball, kann diesen gerade noch vor der Grundlinie in die Mitte flanken, und der dort stehende Steffen Kellig und sein Gegenspieler schießen sich den Ball gegenseitig an den Fuß, bis dieser dann unhaltbar ins lange Eck springt (58.). Ein feines Ping-Pong-Tor, und auf den Rängen war man sich einig, dass in der letzten Saison ein solcher Ball noch vom Pfosten zurück ins Feld gesprungen wäre. Knappe 10 Minuten später fast das gleiche Bild. Wieder kommt ein langer Ball auf rechts aussen, und diesmal erläuft ihn sich Felix Bachmann, der kurz zuvor für Adamu ins Spiel gekommen war. Seine Flanke kommt halbhoch auf den kurzen Pfosten und Marcel Schlosser köpft aus spitzem Winkel zur zu diesem Zeitpunkt völlig verdienten 3:0-Führung ein (67.).
Mit diesem Vorsprung im Rücken ließen es die Chemnitzer jetzt etwas ruhiger angehen. Und das wurde auch prompt bestraft. Nach einer Flanke von der Grundlinie stand der Meuselwitzer Sonnenberg ziemlich alleine im Strafraum rum und nickte nahezu unbedrängt zum 1:3-Anschlusstreffer ein (83.). Nervenflattern ist man beim CFC ja gewohnt, aber genau das wollte man sich diese Saison eigentlich ersparen. Und die Gäste drückten weiter und zwei Minuten vor dem Ende zog Matthias Großmann von der Strafraumgrenze ab, an seinen Schluß kommt Klömich zwar noch ran, kann das 2:3 aber nicht mehr verhindern. Es waren noch 3 Minuten zu spielen und wer die Chemnitzer kennt, der weiß, dass das Zittern jetzt erst richtig losgeht. Aber wie schon in Erfurt hielt die Abwehr den letzten Offensiv-Bemühungen des Gegners stand und der erste Heimsieg der neuen Saison konnte ausgiebig gefeiert werden.

Fazit: Alles in allem war es ein gelungener Heimspiel-Auftakt. Wenn die Verantwortlichen, wie einen Tag nach dem Spiel bereits beteuert, die organisatorischen Probleme abstellen und die Mannschaft weiter so frech aufspielt, können wir uns auf eine sehr interessante und auch lustige Oberliga-Saison freuen. Denn auch die Fankurve zeigte sich heute sehr kreativ und war zur Belustigung der Zuschauer in ihren Gesängen vor allem der Tierwelt sehr angetan. Lassen wir uns überraschen, was uns da in den nächsten Spielen noch erwartet.

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Schlosser, Kellig

Pressestimmen

Offizielle Homepage des ZFC Meuselwitz
ZFC zu ängstlich in Chemnitz [..] Ängstliche 75 Minuten haben den ZFC Meuselwitz in Chemnitz um einen möglichen Punkt gebracht. Erst in der Schlussviertelstunde spielten die Ostthüringer endlich Fußball und schafften nach einem 0:3-Rückstand noch ein 2:3. [..] Die Chemnitzer agierten viel variabler und hatten so immer ein, zwei Spieler frei stehen. [..] Der Ausgleich fiel nicht mehr. Das wäre aber auch des Guten zu viel gewesen.

MDR Online
Chemnitz zittert nach klarer Führung [..] In den letzten zwei Minuten schwamm die Chemnitzer Abwehr zwar noch einmal mächtig, aber es blieb beim letztlich verdienten Sieg der Sachsen.

Freie Presse
Heimsieg mit Schönheitsfehlern [..] Die junge Chemnitzer Mannschaft mit einem Durchschnitts- alter von nicht einmal 22 Jahren übernahm von Beginn an die Initiative. [..] In der Schlussphase der Partie hätten die Gastgeber ihren klaren Vorsprung beinahe noch aus der Hand gegeben. [..] Letztlich erwiesen sich die späten Gegentreffer nur als Schönheitsfehler. &

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